Laut Bundeskriminalamt (BKA) ist die Zahl der gemeldeten Kapitalanlagebetrugsdelikte allein von 2005 auf 2006 um 70 Prozent angestiegen. Gesamtschaden: 500 Millionen Euro. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen, denn viele solcher Vergehen werden nicht zur Anzeige gebracht. Dabei liegt die Aufklärungsquote der Polizei bei Anlagebetrügereien bei sensationellen 99,6 Prozent. Das Problem: Trotzdem sehen etliche Anleger keinen Penny ihres Geldes wieder.

Deshalb nachfolgend einige vom Bankenverband zusammengestellte Warnsignale, die auf Kapitalanlagebetrug hindeuten:

  • Telefonkontakt: Obwohl gesetzlich verboten, nehmen viele unseriöse Anbieter den Erstkontakt zum Kunden per Telefon auf. Hier gilt: Nicht auf ein Gespräch einlassen.
  • Gewinnversprechen: Astronomische Renditen verleiten den Anleger zu übereilten und unbedachten Entscheidungen, die zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen können. Als Faustregel gilt: Je höher das Gewinnversprechen, desto größer das Verlustrisiko. Renditegarantien im zweistelligen Prozentbereich sind definitiv unseriös.
  • Provisionsregelungen: Hohe Provisionsforderungen sprechen dafür, dass der „Anlagespezialist“ eher den eigenen Gewinn als den des Kunden im Sinn hat. Zeigt sich, dass Provisionen verschleiert oder falsch ausgewiesen sind, unbedingt die Finger von der Offerte lassen.
  • Auslandsadressen: Haben Vertragspartner oder Vermittler ihren Geschäftssitz in exotischen Ländern, können geschädigte Kunden rechtliche Ansprüche nur schwer durchsetzen. Die Werbung mit ausländischen Steueroasen ist oft nur ein Köder für gutgläubige Sparer.
  • Zeitdruck: Häufig setzen unseriöse Finanzberater Anleger mit dem Argument unter Druck, nur ein sofortiger Entschluss garantiere Spitzengewinne. Damit soll verhindert werden, dass man das Angebot sorgfältig prüfen kann. Doch die Erfahrung zeigt: Übereilte Entscheidungen werden oft bereut.
  • Folgegeschäfte: Nach einem ersten lukrativen Geschäft mit geringem Kapitaleinsatz unterbreiten die vermeintlichen Geldprofis dem Kunden ein neues Angebot, allerdings unter Einsatz einer erheblich größeren Anlagesumme. Auch hier gilt: Nicht auf solche Angebote einlassen.

Zum Schutz vor unseriösen Geldanlageangeboten gibt es außerdem beim Deutschen Institut für Anlegerschutz eine ausführlichere Checkliste.