Viagra für Beamte

Diese Mitteilung des Oberverwaltungsgerichtes Rheinland-Pfalz musste ich als gesetzlich Versicherter zweimal lesen: Bundesbeamte erhalten Beihilfe für Viagra bei der Behandlung krankhafter Erektionsstörungen. Nicht, dass ich das dem Kläger nicht gönnen würde. Ganz im Gegenteil. Vielmehr ist es die Ungleichbehandlung, die nervt.

Zur Erklärung: Beamte sind gemeinhin privat versichert, um einen Teil ihrer Gesundheisversorgung zu gewährleisten. Den anderen Teil übernimmt hier der Bund als Dienstherr in Form eines Zuschusses – der Beihilfe. Die Stelle, die einen Beihilfeantrag genehmigen muss, hatte es im verhandelten Fall abgelehnt, die Kosten für die Viagra-Tabletten zu übernehmen. Sie waren dem Kläger verschrieben worden, da er nach einer operativen Entfernung der Prostata unter einer Erektionsstörung litt. Die gegen die Ablehnung erhobene Klage hatte das Verwaltungsgericht als erste Instanz negativ beschieden, die Berufung beim OVG war nun aber erfolgreich. Das Vorliegen einer Krankheit ist natürlich Voraussetzung für die Gewährung. Anderweitige Erektionsstörungen führen deshalb nicht zu einer Bewilligung. Also kein Viagra für alle Beamte. Und wie gesagt: Für gesetzlich Versicherte schon gar nicht. Manche sind eben gleicher als andere.

5 Gedanken zu “Viagra für Beamte

  1. Da äußert sich jemand ohne Sachkenntnis. Hätte er die Entscheidung
    des Bundesverwaltungsgerichts gelesen,wäre er auf die reißerische
    Pressemeldung nicht hereingefallen.Die Erstattung hat das Gericht
    zutreffend auf die Fälle beschränkt,in denen eine ärztliche Verordnung
    auf grund Krankheitsbedingter Disfunktion besteht (wie z:B bei Diabetikern). Verordnungen zur reinen Potenzsteigerung sind nicht
    beihilfefähig.Das ist nach dem Wortlaut der Beihilfevorschriften nur kon-
    sequent und richtig.

  2. @tuppini

    Im Text steht doch: „Das Vorliegen einer Krankheit ist natürlich Voraussetzung für die Gewährung.“

  3. Wäre jeder x-beliebige Beamte ohne spezielle Angabe von Gründen Viagra beihilfeberechtigt wären wohl einige auf die Barriekaden gegangen. Dinge gibt’s, die gibt es gar nicht! 😉

Schreibe einen Kommentar