Sachsen-Anhalt pumpt Bürger an

Das Land Sachsen-Anhalt beschreitet ab 16. April neue Wege, um mit seinem immensen Schuldenberg fertig zu werden: Es tritt auf dem Zetrifikatemarkt auf und bietet eine Privatanleihe, die über alle Banken und Sparkassen angeboten wird. Sie soll maximal zehn Jahre laufen; in den ersten beiden Jahren wird ein Zinssatz von fünf Prozent per anno garantiert. Ab dem dritten Jahr bestimmt der Kapitalmarkt dann die weitere Entwicklung.

Dann errechnet sich die Zinszahlung aus der Differenz zwischen dem am Kapitalmarkt angezeigten 10-Jahres-Zinssatz und dem 2-Jahres-Zinssatz multipliziert mit dem Faktor 5. Erreicht oder überschreitet die Summe der Zinszahlungen 12,5 Prozent, so wird die Anleihe vorzeitig an die Anleger zurückgezahlt. Man profitert also bei einer großen Spanne zwischen kurz- und langfristigem Zinssatz.

Als öffentliche Gebietskörperschaft liegt das Land natürlich ganz gut im Rating (z.B. Standard & Poor’s: AA-). Die Zeichnungsfrist endet am 25. Mai, die Stückelung beträgt 100 Euro. Die Wertpapierkennnummer lautet AOFAG9.

Ein Gedanke zu “Sachsen-Anhalt pumpt Bürger an

  1. Ein Superangebot ist die Anleihe sicher nicht. Bei der derzeitigen Differenz zwischen dem 10- und 2-jährigen Swapzinssatz von 0,05% würde die Verzinsung im 3. Jahr nur 0,25% betragen. Wenn man davon ausgeht, dass sich die Zinsdifferenz nicht allzu deutlich ändert, wird die Laufzeit der Anleihe zwischen 8 und 10 Jahren liegen. Dann beträgt aber die durchschnittliche jährliche Verzinsung magere 1,25% – 1,5625%. Und das ist sicher kein spitzen Zins, oder??? Nur wenn die Gesamtverzinsung von 12,5% nach 3 bis 4 Jahren erreicht wird, hat man einen durchschnittlichen jährlichen Zins von 3,125% – 4,167%. Aber dieses Szenario ist sehr sehr unwahrscheinlich!

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