Am Dienstag haben sich die EU-Finanzminister auf gemeinsame rechtliche und auch technische Voraussetzungen für einen einfacheren, grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr geeinigt. Zahlungen mit EC- oder Kreditkarte sowie Überweisungen und Lastschriftverfahren im EU-Ausland könnten dann frühestens ab 2008 billiger werden. Auch wer Auslandsimmobilien besitzt, braucht dann im jeweiligen Land kein Konto mehr, um seine Zahlungen abzuwickeln. Ein überfälliger Schritt für den gemeinsamen Binnenmarkt.

Ein weiterer Vorteil: Das Geld soll künftig innerhalb eines Tages beim Empfänger landen. Das kann bislang erheblich länger dauern. Der EU-Binnenmarkt-Kommissar prophezeit, dass der Zahlungsverkehr wie bei Inlandszahlungen funktionieren wird. Auch erwartet er vor allem einen geringeren Verwaltungsaufwand.

Doch es hätte gerne noch ein bisschen mehr sein dürfen. Bei unberechtigten Abbuchungen kommen auf deutsche Verbraucher eher Verschlechterungen zu. Die Beweispflicht liegt dann nämlich beim Geschädigten. Und auch vom Recht auf ein Girokonto ist keine Rede – obwohl alleine in Deutschland rund eine halbe Million Leute nach wie vor keinen Zugang zu einem Konto bekommen und somit von der schönen, grenzenlosen Geld-Welt abgeschnitten sind.