EU-Richtlinie gegen böse Kredit-Überraschungen

Einem Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) vom Sonntag zufolge nimmt die Europäische Union (EU) jetzt klassische Ratenkredite ins Visier. Besonders in Deutschland war in letzter Zeit immer wieder zu hören, dass Banken ihrer Kundschaft teure Restschuldversicherungen aufdrängen. Durch diese und andere versteckte Kosten steigen die effektiven Zinsen drastisch.


Nachdem sich die nationalen Regierungen jahrelang geziert haben, Verbraucher bei Ratenkrediten zu schützen, kommt nun also Bewegung in die Sache. Eine europäische Richtlinie soll laut WAZ regeln, welche Gebühren dem Kunden bei Vertragsschluß angezeigt werden müssen und was beim effektiven Jahreszins mitzurechnen ist. Außerdem soll es für Kreditnehmer klar und verständlich sein, mit welchen Gebühren sie bei vorzeitiger Tilgung rechnen müssen, was momentan häufig nicht er Fall ist. Daneben soll das Widerrufsrecht europaweit harmonisiert werden.

Kommt die Richtlinie und wird sie wirkungsvoll ausgestattet, ist das eine gute Nachricht für Kreditnehmer. Mehr Transparenz kann jedenfalls nicht schaden.

Die schlechte Nachricht: Für Hypothekenfinanzierungen, Förderkredite, Abeitgeberdarlehen und Bürgschaften wird es vorerst keine EU-Regeln geben, berichtet die WAZ. So entsteht im Kampf der Interessengruppen einmal mehr Stückwerk.

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