Die Gebühr für einen Idiotentest kann man jetzt auch ratenweise abstottern. In Zusammenarbeit mit der CreditPlus Bank AG gibt der TÜV Rheinland seinen Kunden die Möglichkeit, die Kosten für ihre MPU über einen Kredit zu finanzieren.

Mir drängt sich dazu eine Frage auf: Erweist man den Führerschein-Losen dadurch wirklich einen Gefallen? Es gibt schon alles Mögliche auf Raten – das Sofa, den Fernseher und jetzt auch den Idiotentest? Durch die Ratenzahlung nimmt man möglicherweise der medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU), wie der Idiotentest auch genannt wird, den finanziellen Schrecken.

Wie der TÜV Rheinland vorrechnet, liege die monatliche Rate beispielsweise bei der Finanzierung einer Alkohol-MPU für 383,18 Euro über eine Laufzeit von drei Jahren bei 12,11 Euro. 

Das kann sich doch jetzt wirklich jeder leisten. Natürlich kommt es bei einer MPU vor allem auf die innere Einstellung an und auf das Trinkverhalten. Alkohol und Autos gehören nicht zusammen, das ist das Lernziel. Manche lernen das ganz schnell, andere brauchen etwas mehr Motivation. Die Gebühr für die MPU durch einen Ratenkredit sozusagen zu verniedlichen, ist wohl nicht die Lösung, damit auch beim letzten Trinker der Groschen fällt.

Betrunken oder rücksichtslos Fahren ist kein Kavaliersdelikt. Und wenn jemand seinen Lappen deswegen verliert, soll das Zurückbekommen auch weh tun – aber bequeme Raten schmerzen nicht. Jedenfalls nicht einzeln – erst wenn die Raten vom Möbelhaus, vom Elektrofachmarkt und vom Autohändler dazu kommen, tuts möglicherweise weh. Aber realisiert der Verschuldete dann noch das verantwortungslose Fahrverhalten, das einmal für eine dieser Raten verantwortlich war?

Viele Autofahrer verbuchen ohnehin schon die „Kleinigkeiten“ fürs Falschparken als Fixposten in ihrem monatlichen Budget. Eine MPU sollte auf jeden Fall eine einschneidende Erinnerung hinterlassen und nicht als Lappalie abgebucht werden – in finanzieller Hinsicht und auch im Kopf.