Die DWS ist ja bekanntlich eine Tochter der Deutschen Bank. Da liegt es natürlich nahe, auch die Produkte der DWS in einer Filiale der Deutschen Bank zu erwerben. Schlau gedacht – aber die Rechnung ohne die Bank gemacht.

Ein Bekannter wollte auf meine Empfehlung hin, einen staatlich geförderten Riester-Fondssparplan der DWS abschließen. Das ganze nennt sich dann „DWS Toprente“ und wurde auch in verschiedenen Tests recht gut bewertet. Finanztest urteilte zum Beispiel in Heft 11/2006, das Angebot sei „insbesondere für jüngere Anleger unter 40 Jahren empfehlenswert“.

Doch der Kundenberater der Deutschen Bank sah das wohl ein wenig anders und empfahl statt der gewünschten DWS Toprente eine „lukrativere“ Riester-Rentenversicherung der Deutschen Herold Versicherung. Selbst Nachfragen und die Forderung nach einem echten Fondssparplan hat da wohl nicht wirklich gefruchtet. Das Kundenberater wollte daraufhin eine fondsgebundene Rentenversicherung an den Mann bringen – ebenfalls vom Deutschen Herold, einem Kooperationspartner der Deutschen Bank.

Über die Produkte des eigenen Tochterunternehmens (die DWS) scheinen die Mitarbeitern der Deutschen Bank wohl nur halb so gut Bescheid zu wissen. Gibt es da keine Schulungen? Oder sind die Provisionen, die der Deutsche Herold zahlt, einfach attraktiver für die Bank? An Versicherungen verdient man ja bekanntlich mehr als an einem Fondssparplan.

Vielleicht hat deswegen auch die DWS ein neues Riester-Produkt entwickelt: Die „DWS RiesterRente Premium“. Premium für die Vermittler, den die kompletten Abschlusskosten kassiert die DWS – ähnlich wie bei Lebensversicherungen gleich in den ersten fünf Jahren. Und die Abschlusskosten werden ja bekanntlich gleich an die Vermittler ausgeschüttet. Da dürfte doch die „DWS RiesterRente Premium“ gleich auch wieder für die Kundenberater der Deutschen Bank attraktiv werden.