Und noch ein Börsensünder-Verzeichnis: DSW proudly presents die größten Wertvernichter unter den deutschen Akiengesellschaften. Die DSW ist übrigens die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz und ihre Watchlist leider eine wenig attraktive Excel-Tabelle. Interessant ist sie aber allemal.

Analysiert wurden laut DSW alle im Prime Standard der Deutschen Börse gelisteten Unternehmen, die seit mindestens fünf Jahren dort notiert sind. AGs aus dem General Standard wurden wegen Intransparenz erst gar nicht in die Analyse mit einbezogen. Dass aber auch eine Notierung im Prime Standard keine Garantie für Kursgewinne ist, mache die Watchlist überdeutlich.

Untersucht wurde die reine Kursperformance über ein Jahr, drei Jahre sowie fünf Jahre. Dividenden oder Sonderausschüttungen wurden nicht einbezogen. Basis ist der Schlusskurs des letzten Handelstages im jeweiligen Jahr. Die erzielte Performance fließt mit festgelegten Gewichten in die Gesamtnote ein. Durch die stärkere Gewichtung des Fünfjahresvergleichs treten Ausrutscher gegenüber mehrjährig intakten Kurstrends in den Hintergrund. Die in der Liste angegebenen Performance-Daten stellen jeweils die Entwicklung pro Jahr dar.

Den ersten (= schlechtesten) Platz auf der Watchlist nimmt die TRIA AG ein. Anleger, die am 31.12.01 für 10.000 Euro Tria-Aktien orderten, hatten am 31.12.06 noch 640 Euro im Depot. Was für eine Performance.

Anleger, die vor fünf Jahren 10.000 Euro in Aktien der Nummer zwei der Liste, den österreichischen Laptop-Bauer Gericom, investierten, hatten am 31.12.06 nur 341 Euro übrig. Im Dreijahresvergleich blieben den Aktionären 1.636 Euro, im Einjahresvergleich noch 4.470 Euro. Den dritten Platz nimmt die Mediengesellschaft IM Internationalmedia ein.

Positive Nachrichten gibt es auch: Im DAX30 gelistete Gesellschaften sind nicht mehr in der Watchlist vertreten. Im letzten Jahr war mit Infineon noch ein Unternehmen aus dem Börsenoberhaus auf Platz 47 zu finden. Auch aus den anderen Indices hat es nur wenige Firmen auf die Liste verschlagen. So findet sich auf Rang 31 mit dem Finanzdienstleister MLP nur eine AG aus dem MDax.

Die beiden SDax-Unternehmen Medion und Thiel Logistik sind auch keine Neulinge unter den 50 größten Wertvernichtern. Der arg gebeutelte Computerbauer Medion belegte 2006 Rang 15. Damals war die Firma noch im MDax notiert. Mittlerweile ist die Gesellschaft in den SDax abgerutscht und stieg auf Rang 9 der DSW-Watchlist. Die Thiel Logistik AG hat Rang 25 beibehalten.

Aus dem TecDax sind der Maschinenbauer Singulus auf Rang 42, und der Biotechwert Evotec auf dem 47. Platz in der Liste zu finden. Während der Hersteller von CD- und DVD-Produktionsanlagen erstmals auftaucht, hatte die Evotec AG im vergangenen Jahr Platz 35 inne.

Hier nochmal der Hinweis auf das Schwarzbuch der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger.