6.874,77 Punkte, Sechs-Jahres-Höchststand – er ist wieder wer, der DAX. Nachdem die US-Notenbank auf eine Zinserhöhung verzichtet hat, kann jetzt die 6.900-Marke ins Visier genommen werden. Nur: Wo sind die Anleger?

Trotz teils exzellenter Unternehmenszahlen und den darauf folgenden Höhenflügen der Aktienkurse sind nach wie vor viele Kleinanleger nicht bereit, ihr sauer verdientes Geld in die Papiere zu investieren. Schade, denn wer rechtzeitig eingestiegen ist, kann jetzt zufrieden grinsend eine Pulle Sekt aufmachen.

Aber kann man es Otto-Normalverbraucher verdenken, dass er kein Risiko eingehen wollte? Schließlich wurde er im Börsenboom zur Jahrtausendwende von vielen Unternehmen im Stich gelassen. Von manchen „Durchstartern“ wurde er bewusst ausgenommen, andere konnten nicht halten, was sie versprachen. Sogar Unternehmen, denen man doch wohl restlos vertrauen konnte – wie Infenion oder Telekom – enttäuschten maßlos. Und nicht nur sie, auch viele Branchenkenner, zu denen manche auch über Nacht geworden waren, erzählten noch einen Schmarren, als der Zenit schon längst überschritten war.

Kann man so einem Markt noch trauen? Man kann das wohl guten Gewissens bejahen. Diesmal scheint der Hype nicht nur mit luftigen Versprechungen unterfüttert, sondern mit der Substanz solide wirtschaftender Unternehmen, die ihre Hausaufgaben gemacht haben, untermauert zu sein. Das schafft Vertrauen. Und wird vielleicht viele Sparer dazu bringen, beim nächsten Höhenflug wieder mit von der Partie zu sein. Denn mit den Ergebnissen anderer Anlagen, in die das meiste Geld gesteckt wurde, kann man in den vergangenen Jahren nun wirklich nicht zufrieden sein.