So, das haben wir erst mal überstanden. Groß war die Aufregung und groß war die Verwüstung, die der Orkan Kyrill hinterlassen hat. Wie berichtet, übernimmt ab Windstärke acht die Hausrat- oder die Wohngebäudeversicherung Schäden, die an Wohnung oder Haus entstanden sind, beim Auto die Teilkasko.

Was ist jedoch mit Schäden, die die Versicherung – aus welchem Grund auch immer – nicht oder nicht komplett zahlt? Oder wenn leichtsinnigerweise keine Versicherung existiert?

Hier hat der Bund der Steuerzahler einen nützlichen Tipp: Bei vermieteten oder betrieblich genutzen Immobilien können die Aufwendungen als Werbungs- bzw. Betriebskosten steuermindernd geltend gemacht werden, heißt es. Und bei privaten Immobilien bestehe die Möglichkeit, die Ausgaben für die Wiederherstellung als außergewöhnliche Belastungen in der Einkommensteuererklärung geltend zu machen.

Ist hier die persönlich zumutbare Belastungsgrenze nicht erreicht, könne man die Reparaturaufwendungen als so genannte Handwerkerleistungen ansetzen, so die Steuerexperten. Jedoch könnten nur die Arbeitsleistung und die Anfahrtskosten geltend gemacht werden, nicht aber die Materialkosten. Die Absetzbarkeit ist auf 20 Prozent der Aufwendungen begrenzt. Das gilt auch für andere Reparatur- und Modernisierungsarbeiten, unabhängig von einem Sturm. 

In der Regel deckt die Versicherung die Schäden ab, die Kyrill hinterlassen hat. Wenn aber zum Beispiel Regen durch eine offene Tür oder ein unverschlossenes Fenster eindringt, zahlt sie nichts. Denn das ist grobe Fahrlässigkeit. Im Fall von Kyrill sogar wirklich sehr grobe Fahrlässigkeit, sollte man meinen. Schade um den guten Teppich oder das Parkett. Die Handwerkerkosten für deren Neuverlegung kann man sich – zumindest teilweise – über die Steuererklärung wieder reinholen. Und beim nächsten Mal: Fenster zu!