Ein Gotteshaus ist nun nicht gerade ein Ort, in dem technische Innovationen häufig Gebrauch finden. Ein klingelndes Handy während der Messe taugt sogar eher für einen Fauxpas. Um die Opferbereitschaft ihrer Schäfchen zu erhöhen, ist die Kirche der Technik gegenüber aber durchaus aufgeschlossen. Denn ein elektronischer Klingelbeutel erhöht das Spendenaufkommen.

Im vergangenen Jahr nahm Pfarrer Wilfried Schumacher im Bonner Münster Deutschlands ersten elektronischen Opferstock in einer katholischen Kirche in Betrieb. Per EC- oder Kreditkarte ist damit bargeldloses Spenden über ein Terminal am Ausgang möglich. Der Grund für die Installation: Immer weniger Menschen haben Bargeld bei sich.

Zum letzten Weihnachtsfest hat sich das Terminal bereits bewährt. Gegenüber der Zeitschrift „die bank“ sagte Schumacher: „Gerade an Feiertagen ist die Spendenbereitschaft durchaus größer als das Kleingeld im Portemonnaie.“ Bei Sonderkollekten würden bereits 20 Prozent der Spenden ins Terminal eingegeben. Und offenbar nicht zulasten des herkömmlichen Klingelbeutels. Die E-Cash-Opfer seien zusätzliche Spenden.

Das Verfahren vorgemacht haben Schumachers Kollegen der evangelischen Kirche im schwäbischen Filderstadt. Bereits seit 1998 kann dort per PIN und Karte geopfert werden. 

Übrigens: Pfarrer Schumacher ist nicht nur im Zahlungsverkehr Neuerungen gegenüber aufgeschlossen, sondern zeigt sich auch sonst innovativ. Er führt sein eigenes Weblog