Wundern Sie sich auch manchmal, wenn Sie die Gebührenabrechnung Ihrer Hausbank erhalten? Freilich, nicht jede Bank nutzt Bankgebühren, um ihre Kunden abzuzocken. Doch immer wieder werden Fälle unzulässig erhobener Bankgebühren bekannt. Ein kritischer Blick ist bei allem Vertrauen wohl angebracht. Aber was dürfen uns die Geldhäuser eigentlich in Rechnung stellen und was nicht? Ich habe das mal für Girokonten und Sparbücher unter die Lupe genommen.

Ein- und -Auszahlungen in Bar auf oder von eigenen Konten sind am Bankschalter grundsätzlich gebührenfrei. Egal ob Privat- oder Geschäftskunde. Greift die Bank zum Kniff, die Gebühren im Preisverzeichnis auszuweisen, müssen dennoch mindestens fünf Barzahlungen pro Monat kostenfrei bleiben. Bei Zahlungen auf fremde Konten sieht es leider anders aus. Da dürfen Gebühren erhoben werden. Bei Bargeldabhebungen am bankeigenen EC-Automaten sind Gebühren übrigens nur dann erlaubt, wenn man wenigstens am Schalter kostenlos abheben kann. Bei Buchungen müssen pro Monat fünf kostenlos sein. Jede weitere kostet. Bei pauschaler Kontoführung darf aber keine zusätzliche Gebühr erhoben werden (nachzulesen in den BGH-Urteilen Az. XI ZR 80/93 und XI ZR 217/95). Überweisungen in andere EU-Länder bis zu 12.500 Euro dürfen nicht teurer sein als Inlandsüberweisungen, allerdings nur, wenn das Formular für EU-Standardüberweisungen benutzt wird (EU-Verordnung Nr. 2560/2001).

Die Zusendung von Kontoauszügen darf kostenpflichtig sein. Jedoch nicht das Ausdrucken am Automaten oder das Abholen am Schalter (§ 307 BGB). Gehen Dauer- und Überweisungsaufträge sowie Lastschriften nicht mehr ab, weil das Konto ungedeckt ist, darf die Bank keine Gebühren für die Nichtausführung erheben (BGH, Az. XI ZR 154/05, XI ZR 5/97, XI ZR 296/96, XI ZR 197/00). Kosten für die Auflösung von Girokonten oder Sparbüchern sind ebenso unzulässig (§307 BGB). In Ordnung ist dagegen eine Gebühr für das Ausstellen eines Ersatzsparbuchs (BGH, Az. XI ZR 351/97). Für Nachforschungsaufträge nach fehlgeleitetem Geld allerdings nicht (LG Frankfurt Az. 2/2016/99).

So, das war die Abteilung Girokonten und Sparbücher. Demnächst werde ich dann nachsehen, was uns die Banken eigentlich bei Wertpapierkonten, EC- und Kreditkarten und anderen Serviceleistungen in Rechnung stellen dürfen (hier geht’s weiter).