Versicherung auf Wanderschaft verloren

Bei meiner nächsten Wanderung mache ich um die Jausenstation einen großen Bogen oder bestelle eine Apfelschorle. Denn sowohl private Unfallversicherungen als auch Richter verstehen bei zu viel Bier am Berg keinen Spaß. Wer sich unterwegs betrinkt und danach bei einem Sturz schwer verletzt, verliert seinen Versicherungsschutz. Das hat das Oberlandesgericht Köln entschieden und damit die Klage eines Wanderers abgewiesen, der mit ordentlich Promille im Blut einen Abhang hinunterstürzte und sich dabei verletzte (Az. 5 W 111/05).
Gelernt habe ich nun: Für Unfälle durch Geistes- und Bewusstseinsstörungen, auch soweit sie auf Trunkenheit beruhen, besteht kein Versicherungsschutz. Allerdings liegt die Messlatte ziemlich hoch. Erst bei mehr als zwei Promille im Blut ist der Fußgänger bewusstseinsgestört – deutlich mehr als bei Kraft- oder Fahrradfahrern. Beruhigend. Ein oder zwei kühle Blonde kann man sich also auf anstrengender Wanderschaft gönnen, ohne versicherungstechnisch aus dem Tritt zu kommen.

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