Bald ist es wieder soweit. Der Weltspartag, Höhepunkt des Sparerjahres und Feiertag der Krämerseelen wird am kommenden Montag begangen.

Eine Bekannte berichtete neulich, dass der Weltspartag ihre Einstellung zum Sparen wesentlich geprägt habe, weil sie in ihrer Kindheit sozusagen eine Überdosis an Sparermutigung erhalten habe. Und das lag an den Geschenken, die die Banken zwecks frühzeitiger Kundenbindung den kleinsten Sparern mitgaben.

Angelockt von der Aussicht, viele tolle Prämien einzusacken, haben ihr die Eltern ein Konto bei jeder Bank in der Kleinstadt eingerichtet.

So hatte sie dann jeweils ein Sparschwein der Sparkasse, der Volksbank und der Oldenburgischen Landesbank. In jedem Herbst teilte sie ihre Ersparnisse in drei Teile, gab das gesammelte Kleingeld bei den Instituten ab und ging freudestrahlend mit drei kindgerechten Prämien nach Hause.

Bis man ihr auf die Schliche kam: In einem Jahr hatten sich die Banken scheinbar abgesprochen: es gab bei jedem Geldinstitut eine Miniausgabe des Spiels „Vier gewinnt“, die Chips hatten zwar verschiedene Farben, aber der Reiz war ein für alle mal dahin.

Das war dann ein Wendepunkt in ihrer Sparbuchkarriere. Bald gab sie das dreifache Sparen auf und konzentrierte sich auf eine Bank, die anderen beiden gingen fortan leer aus. Und auch die letzte Bank sieht sie mittlerweile nur noch von außen, denn die wollte ständig Kontoführungsgebühren.

Aber die Liebe zum Sparen ist ihr geblieben, wie sie bestätigt. Und auch ihr Talent, realistisch mit Geld umgehen zu können, sieht sie in der kindlichen Übung begründet. In ihrem ganzen Leben hätte sie noch nie einen Dispo in Anspruch genommen. Auch andere Schulden hätte sie noch nie gemacht.

Die Ursache hierfür seien die drei Sparschweine, meint sie.