SCHUFA-Selbstauskunft: Zahlen muss immer der Verbraucher

Die Selbstauskunft kann man entweder persönlich in den Verbraucherservicestelle der SCHUFA erhalten oder schriftlich bei der SCHUFA anfordern. Seit neustem bietet die SCHUFA zudem allen Bundesbürgern die Möglichkeit, ihre gespeicherten Daten über einen Online-Zugang abzufragen. Will man die Daten allerdings „Schwarz auf Weiß“ muss man dafür zahlen!

Alle allgemeine Angaben zur Person wie Name, Vorname, Geburtsdatum und Geburtsort sowie aktuelle und frühere Anschriften werden bei der SCHUFA gespeichert. Außerdem werden Informationen zu bisherigen kreditbedingten Geschäften hinterlegt. Enthalten sind damit Einträge über Kredit- und Leasingverträge und deren Laufzeit, Eröffnungen von Girokonten und die auch die Ausgabe von Kreditkarten. Gespeichert werden aber auch Anfragen von Unternehmen oder Banken zu einer Person. Die SCHUFA speichert allerdings keine Informationen über das Einkommen, Depotwerte oder andere Vermögensverhältnisse.

Für den Kreditnehmer ist das einerseits ein Vorteil, da durch die Auskunftei seine Kreditwürdigkeit schnell und unbürokratisch zu beweisen ist. Andererseits kommt es nicht selten vor, dass die eingetragenen Daten falsch oder veraltet sind. Das kann etwa dann passieren, wenn ein der SCHUFA gemeldetes Darlehen nicht in Anspruch genommen wurde, oder wenn ein Kredit mittlerweile abbezahlt ist, ohne dass die SCHUFA davon unterrichtet wurde. In diesem Fall hilft nur eine so genannte Selbstauskunft, um fehlerhaften Daten auf die Spur zu kommen.

Zum Ärger vieler Verbraucher ist die Selbstauskunft nur kostenlos, wenn sie mündlich in einer der Filialen der SCHUFA abgefragt wird. Diese sind aber im gesamten Bundesgebiet recht spärlich verteilt, so dass die meisten Bürger für die eigenen Daten bezahlen müssen. Sowohl für die schriftliche als auch für die Online-Auskunft muss der „SCHUFA-Kunde“ – der sich in den seltensten Fällen gegen eine Speicherung seiner Daten wehren kann – auch noch 7,60 Euro an die SCHUFA bezahlen.

Wie ist das mit dem geltenden Auskunftsrecht im Rahmen des Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) vereinbar?

Nach dem BDSG haben Kunden gegenüber Unternehmen immer ein Auskunftsrecht (§ 34 BDSG). Grundsätzlich muss der Auskunftsanspruch nicht begründet werden, sollte aber schriftlich geltend gemacht werden. Im BDSG §19 (7) ist zudem ausdrücklich geregelt: „Die Auskunft ist unentgeltlich.“

Warum verlangt die SCHUFA trotzdem 7,60 Euro? Ganz einfach: Sie nutzt eine spezielle Definition im Gesetzestext aus, die Unternehmen wie der SCHUFA Sonderrechte einräumt. Das BDSG regelt nämlich in § 34 (5): „Werden die personenbezogenen Daten geschäftsmäßig zum Zweck der Übermittlung gespeichert, kann jedoch ein Entgelt verlangt werden, wenn der Betroffene die Auskunft gegenüber Dritten zu wirtschaftlichen Zwecken nutzen kann.“

Da die SCHUFA die Auffassung vertritt, dass die Betroffenen die erteilten Selbstauskünfte gegenüber Dritten stets wirtschaftlich nutzen können, hält sie sich auch für berechtigt, die Kosten auf die Verbraucher abzuwälzen.

Über die Höhe der Kosten bleibt das Gesetz leider ebenfalls vage: „Das Entgelt darf über die durch die Auskunftserteilung entstandenen direkt zurechenbaren Kosten nicht hinausgehen.“ In wie weit die Kosten in Höhe von 7,60 Euro gerechtfertigt sind, ist natürlich Ansichtssache.

Nur in einem einzigen Fall besteht die Möglichkeit die Daten kostenlos bei der SCHUFA abzufragen: Wenn Anhaltspunkte vorliegen, dass Daten unzulässigerweise oder unrichtig gespeichert wurden. In diesem Fall darf keinesfalls ein Entgelt verlangt werden.

3 Gedanken zu “SCHUFA-Selbstauskunft: Zahlen muss immer der Verbraucher

  1. Mit dem Zusatz „ohne SCHUFA“ werden Kredite angeboten, bei denen keine SCHUFA-Anfrage durch den Kreditgeber durchgeführt wird.

    Die SCHUFA-Daten des Kredit-Antragstellers werden bei einem Kredit ohne SCHUFA nicht geprüft, dies ist jedoch bei Ratenkrediten üblich.

     

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