Ausgezeichnet: Schwule Führungskräfte

Jeden im Unternehmen akzeptieren statt einzelne auszugrenzen – die Vielfalt seiner Angestellten bewusst nutzen. Das hört sich sehr vernünftig an. Für ihr so genanntes Diversity-Managementkonzept bekam die Volkswagen Bank jetzt den Max-Spohr-Managementpreis des Bundesverbandes schwuler Führungskräfte.

In vielen Unternehmen würden immer noch Frauen, Homosexuelle, Behinderte und Angestellte anderer ethnischer Herkunft diskriminiert, so der Vorsitzende der Jury. „Da sich das oft buchstäblich hinter vorgehaltener Hand abspielt, schützt auch ein Antidiskriminierungs-Gesetz die Opfer nicht immer davor“.

Anders in Unternehmen wie der Volkswagen Bank, die ihren Angestellten schon im Arbeitsvertrag ausdrücklich untersagt, Kolleginnen oder Kollegen zu diskriminieren. Es werden sogar Workshops zum Thema abgehalten.

„Studien haben schon in den 90er Jahren gezeigt, dass derjenige, der diskriminiert, Geld verliert. Nur wer die Einzigartigkeit seiner Angestellten erkennt, akzeptiert und fördert, kann das Potenzial seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter optimal nutzen“, sagt Huibert van Rossum vom Völklinger Kreis, dem Bundesverband schwuler Führungskräfte.

Das sollte ja auch das Mindeste sein: Die Kollegen nicht zu diskriminieren und an einem Strang zu ziehen, was die Arbeit betrifft.

Schade, dass so ein Engagement so wenig an die Öffentlichkeit gelangt. Seit 2001 verleiht der Völklinger Kreis den Max-Spohr-Managementpreis. Auch die Deutsche Bahn hat ihn schon bekommen. Was soll man sich da noch über Verspätungen und schlechte Verbindungen aufregen? Wenn im Unternehmen selbst alles rund läuft und die Kollegen einander respektieren, ist der Rest doch Kleinkram. Und so können wir die aktuell angekündigten Fahrpreiserhöhungen für 2007 doch auch viel besser verkraften – oder?

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