Die Europäische Kommission hat sich die Finanzdienstleistungen für Privatkunden näher angeschaut. In einer neuen unabhängigen Studie stellt sie fest, dass „die Verbraucher 50 bis 80 Prozent aller langfristigen Geldanlagen wegen unzureichender Beratung vorzeitig kündigen. Dadurch entsteht ein Verlust von schätzungsweise 20-30 Milliarden Euro pro Jahr.“ 20 bis 30 Milliarden Euro pro Jahr! Das muss man als Bankkunde erst einmal verstehen… Und das Traurige an der Sache: Diese Aussage aus der EU-Studie gilt nur als Beispiel für Deutschland!

Die Studie untersuchte über 200 Banken des EU-Marktes und lieferte noch weitere erschreckende Informationen. So sind die Gebührenstrukturen von Girokonten oft undurchsichtig. Fast jeder dritte befragte Verbraucher ist nicht in der Lage, Girokontoangebote zu vergleichen, heißt es in der Mitteilung der Kommission. Da kann man nur schreiben: Gut, dass es Stiftung Warentest und Finanzratgeber und -vergleiche wie forium.de gibt!

Auch die Kosten für ein Girokonto variieren in der EU erheblich voneinander. So kann ein Bankkunde beispielsweise für ein Konto mit durchschnittlich vielen Kontobewegungen in Italien bis zu 253 Euro hinblättern. In Bulgarien sind es lediglich 27 Euro pro Jahr.

Und noch etwas: Am teuersten sind die Bankdienstleistungen in Österreich, Frankreich, Italien und Spanien. Am niedrigsten sind die Gebühren für die Kontoführung dagegen in Bulgarien, den Niederlanden, Belgien und Portugal.

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Ich habe früher sehr viel Wert auf eine persönliche Beratung durch meine Bankberaterin gesetzt. Da ich aber irgendwann gemerkt habe, dass ich mehr Ahnung habe als sie (ich informiere mich im Internet und lese Verbraucherzeitschriften), habe ich gekündigt. Jetzt habe ich ein kostenloses Online-Konto, das reicht vollkommen.

Wenn ich eine Versicherung oder ein anderes Finanzprodukt abschließen möchte vergleiche ich selbst alle Angebote, die für mich in Frage kommen und lese Testberichte von unabhängigen Verbraucherjournalisten. Den so genannten Experten (Bankberatern) traue ich nicht mehr.

Ich stimmt dir voll zu!
Das Problem ist ja auch, dass die meisten Bankberater ihre eigenen Produkte nicht kennen (nicht kennen wollen, nicht kennen sollen…).
Als Bankkunde ist man dann doch immer der Dumme.

@Berliner: Ich finde das alles nicht so wild.
Mann muss doch auch mal den Teppich auf dem Boden lassen.
1. Eine Bank will auch Geld verdienen, das heißt: Eine Bank muss schließlich auch seine Mitarbeiter bezahlen.
2. Ein Verbraucher kauft seine Lebensmittel ja auch im Supermarkt XY ein. Schaut er sich sein Obst dann nicht genau an, bevor er es kauft?
-> Viele Verbraucher sollten daher selber mal überlegen, welches Produkt sie bei der Bank kaufen möchten und welches nicht.
Wenn ich alleine an die Lehman-Betroffenen denke. Die jammern und jammern. Warum haben die sich vorher nicht informiert? Die haben doch nur auf die Rendite sprich Zinsen geschaut. mfg A*