Sie haben bestimmt ein Girokonto! Sie sitzen gerade vor dem Computer und lesen mal wieder einen Beitrag von GELD kompakt. Das freut uns natürlich! Und dann müssen Sie in der Überschrift lesen “Recht auf ein Girokonto”. Was soll das denn heißen? Die Antwort ist einfach und erschreckend: Sehr viele Menschen in Europa haben keinen Zugang zu einem Girokonto. Ein Skandal, wie ich finde!
Das Europäische Netzwerk gegen Überschuldung fordert einen garantierten Zugang zu einem Girokonto für alle. Banken, so heißt es in der Mitteilung des European Consumer Debt Network (ecdn), müssen den Zugang zu Basisprodukten garantieren!
“In vielen Ländern haben Menschen aufgrund niedrigen Einkommens, fehlender Papiere, negativer Registrierung, Schuldenproblemen oder als Angehörige von Minderheiten (Migrantinnen, Menschen mit Behinderungen und psychischen Problemen, Ex-Straffällige …) nicht einmal Zugang zu einem Konto auf Habenbasis. In Ländern, wo entsprechende Basisprodukte vorhanden sind, fehlt es zumeist an Transparenz und Informationen, um wirklichen Zugang für alle zu garantieren”, so Hans Grohs, der Präsident des Netzwerkes.
Die Konsequenzen für Menschen ohne Girokonto zeigen sich besonders bei der Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche. Die Problematik kennen Schuldnerberater und Politiker seit Jahren. Die Europäische Kommission fordert auch den garantierten Zugang zu einem Girokonto für alle. Es liegt jetzt also an den nationalen Regierungen…
Der Europäische Aktionstag für finanzielle Integration, den das europäische Netzwerk zukünftig am 31. Oktober durchführen will, ist dann vielleicht nicht notwendig…
8 Kommentare
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Freitag, 31. Oktober 2008
um 22:19
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Otto
Freitag, 31. Oktober 2008
um 18:17
Ist doch mal wieder typisch: Die Banken wollen immer alles über ihre Kunden wissen. Ohne Schufa-Auskunft läuft doch gar nichts mehr.
Wenn es aber darum geht, selber als “Dienstleister” etwas zu machen, versagen viele Banken. Fragt sich nur, warum es kein Grundrecht auf ein Girokonto gibt. Schließlich kann man ohne Konto heutzutage doch fast nichts mehr machen.
Informant
Samstag, 1. November 2008
um 09:03
Wer bei einer Bank kein Konto eröffnen darf, sollte handeln! Die Bremer Verbraucherzentrale hat dafür einen tollen Infoflyer, den man unter http://www.verbraucherzentrale-bremen.de/download/verbraucherrecht/girokonto.pdf downladen kann, erstellt.
Timo
Samstag, 1. November 2008
um 13:46
Es ist wirklich unglaublich, dass Banken nicht “gesetzlich” dazu verpflichtet sind, ein Girokonto (auf Guthabenbasis) eröffnen zu müssen.
Heidi
Samstag, 1. November 2008
um 13:48
Unfassbar. Aber so sind die Banken nun mal. Sie wollen alles von den Kunden wissen. Und wo bleibt die Beratung? Wo die Qualität?
Chris
Samstag, 1. November 2008
um 16:35
Ist doch wie immer: Die Banken können machen was sie wollen. Wenn die in Not sind hilft der Staat, also wir Steuerzahler, sofort. Wenn es aber um die Interesse des “kleinen Mannes” geht, machen die Politiker die Augen zu. Aber nächstes Jahr ist ja Wahljahr. Und dann brauchen die ja wieder die Stimmen. Deshalb könnte es ja mit einem “Recht auf Girokonto” tatsächlich klappen. Sollten die Medien mehr drüber berichten, als über den DAX-Stand. Denn mal ehrlich. Welcher Normalbürger interessiert sich schon für Aktien? Das sind doch alles Zocker! Und die bekommen noch Werbung vor der Tagesschau…Ne irgendwas stimmt hier nicht…
Bremer
Sonntag, 2. November 2008
um 09:34
Naja. Es gibt jetzt zumindest eine Gesetzesinitiative des Bremer Senates. Vielleicht wird sie ja “schon” im nächsten Jahr verabschiedet…. Zu wünschen wäre es…
Anette
Sonntag, 2. November 2008
um 16:47
Ein Girokonto gehört doch zum Leben dazu. Ohne geht es doch wohl kaum. Wie soll man denn aus dem “Teufelskreislauf” rauskommen? Wenn einem das Girokonto gekündigt wird?