Schön zu wissen, dass es noch Banken gibt, die nicht nur auf den Profit gieren und dabei eiskalt treue Kunden fallen lassen. “Die Zeit ist reif!” ruft die ethisch-ökologische GLS Bank in Bochum und stellte letzte Woche auf der “Biofach”-Messe in Nürnberg zwei neue Projekte vor, die sie gemeinsam mit dem Kinderhilfswerk terre des hommes und dem BUND entwickelt hat. Können also auch Gutmenschen bald nach Lust und Laune konsumieren?

GELD kompakt berichtete unter anderem schon über dubiose Kreditverkäufe von Banken. Die GLS Bank in Bochum tickt da anders – zumindest behauptet sie das. Mit der Nutzung einer “terre des hommes-MasterCard ” hilft man Mädchen aus armen Verhältnissen. Und wer mit der BUND-Wildcard shoppt, finanziert auch ein Projekt zum Schutz der Lebensräume von Wildkatzen. Aus dem Umsatz der Kreditkarten zahlt die GLS Bank aus ihrer Provision eine Spende an ihre Partner.

Tickt die GLS Bank also wirklich ethischer als andere Banken? Nur zum Teil. Schließlich sind es die Kunden, der die Projekte finanzieren. Die GLS Bank selber macht mit dieser Aktion Gewinn und poliert auch noch ihr soziales Image. Gutes tun und damit Gewinn machen ist natürlich legitim. Die Spender und die geförderten Projekte profitieren letztlich aber mehr von ethischen und ökologischen Geldanlagen.

Gut fährt der umweltbewusste Kunde auch, wenn er einmal jährlich einen Spendenbetrag direkt an ausgewählte soziale Projekte überweist. Die kommen dann nämlich in voller Höhe an und nehmen keinen Umweg über Mittlerorganisationen, die selber etwas von der Spende für sich abführen. Außerdem kann man seine Spende von der Steuer absetzen.

Die Öko-Kreditkarte hat aber dennoch einen Nutzen. Man kann damit im Bio-Supermarkt oder im Dritte-Welt-Laden prima angeben. Ein Problem bleibt allerdings. Die Kreditkarte ist nicht aus Jute, sondern aus schnödem Plastik. Verbesserungsvorschläge willkommen!

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