Der Bundestag berät heute (9.11.2007) über einen Antrag, das Tempolimit auf deutschen Autobahnen generell auf 130 km/h festzusetzen. Weltweit sei Deutschland das einzige Land ohne Tempolimit auf Autobahnen. Die Fraktion der Grünen/Bündnis 90 begründet das Tempolimit als unkomplizierten Weg zum Klimaschutz, der gleichzeitig zu höherer Sicherheit führe.

Schon die Überlegung ein Tempolimit einzuführen, birgt großen Diskussionsstoff. Dabei gibt es neben dem Umweltschutz genügend Gründe, die für ein Tempolimit sprächen:

  • mit hoher Geschwindigkeit steigt das Unfallrisiko, die Aufprallwucht bei Unfall steigt und gleichzeitig sinkt die Fähigkeit in Notsituationen sein Fahrzeug unter Kontrolle zu halten.
  • die Gefahr, dass es auf Autobahnen zu Unfällen kommt sinkt, da der Verkehrsfluss einheitlicher wird
  • durch geringeren Spritverbrauch wird das Portmonee entlastet
  • die Zeitersparnis ist meist nur gering
  • auf vielen deutschen Autobahnen gibt es ohnehin bereits Tempolimits
  • Und, wie sagte mein Opa schon immer: “Fahre langsam, du hast es eilig.”



  • Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten:

    Pingback von Autobahn-leben » Blog Archive » Machbarkeit – Big Brother auf der Autobahn

    Früher war ich strikt gegen ein Tempolimit, aber seit ich in meinem neuen Wagen einen Tempomat habe und laufende den Verbrauch messe, fahre ich deutlich defensiver und ich habe mal ausgerechnet, dass ich auf meiner Fahrt nach Rügen und zurück fast 50 Euro Spritkosten gegenüber früher gespart habe und dafür allerdings ungefähr für die 900 km (eine Strecke) ungefähr 30 min länger unterwegs war wie früher.

    Argumente sind schön, müssen aber auch gut sein. Zwei der genannten sind unbewiesen, eines zumindest fragwürdig, die meisten deutschen Autobahnstrecken sind bislang unbeschränkt und Opas erzählen viel, wenn der Tag lang ist. Politiker übrigens auch. Andersherum sagt selbst das Umweltministerium, dass der Beitrag eines Tempolimits zum Umweltschutz nur ein minimaler ist. Man sollte sich auch mal fragen, wer denn noch die ganzen dicken BMWs, Audis, Mercedes und Porsches kauft, wenn man damit nur noch schleichen darf. An solchen Modellen hängen schließlich die allermeisten Arbeitsplätze im Automobilbereich und sicher nicht am Lupo.

    OK, der Umweltaspekt ist nicht immens groß ist. Aber: Ein Tempolimit hätte einen Einfluss und er würde nichts kosten. Der Effekt wäre natürlich noch größer, wenn man das Tempolimit auf 100 km/h setzen würde.

    Vielleicht sprechen folgende Fakten einer Studie die das Infrastrukturministerium des Landes Brandenburg kürzlich veröffentlicht hat für ein Tempolimit. Dort heißt es unter anderem:

    “Bei einer Begrenzung der Geschwindigkeit auf 130 km/h entstehen 22,5 Mio. EUR im Jahr weniger Unfallkosten auf den aktuell noch unbegrenzten Streckenabschnitten. Demgegenüber stehen zusätzliche Zeitkosten von 17,2 Mio. EUR, die durch die längeren Fahrzeiten entstehen. Damit würde sich ein jährlicher Nutzen von rund 5,3 Mio. EUR ergeben, wenn die Geschwindigkeit der Pkw auf 130 km/h begrenzt wird.”

    “Eine Begrenzung für Pkws nähert die gefahrenen Geschwindigkeiten der verschiedenen Fahrzeugarten an und harmonisiert somit den Verkehrsfluss auf Autobahnen. Gleichzeitig kann mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung die Kapazität je Fahrstreifen um 100 Kfz/h
    erhöht werden.”

    “Die Autobahnen werden für jeden Verkehrsteilnehmer sicherer. Es ereignen sich weniger Unfälle. Die Zahl der Unfälle geht um 25 % zurück. Besonders die Anzahl der schweren Unfälle ist rückläufig. Auch bei der Anzahl der Verletzten ist mit einem Rückgang von 20 % zu rechnen.”

    Nennen wir doch Ross und Reiter: Die erhoffte Vermeidung von CO2-Emmissionen beträgt auf veralteten Daten basierenden Berechnungen zufolge 0,3 Prozent der Gesamtemmissionen und bezieht sich auf eine Geschwindigkeit von 120 km/h. Eher scheint man hier die Hoffnung zu haben, dass die Hersteller dann vermehrt gering motorisierte Fahrzeuge anbieten. Aber auch das darf angezweifelt werden, denn nirgendwo wird üppiger motorisiert als im Tempolimitland USA. Nur eben nicht auf Endgeschwindigkeit. Und ja: vermutlich können die Unfallzahlen noch etwas reduziert werden. Da die deutschen Autobahnen aber im internationalen Vergleich sowieso bereits heute zu den sichersten gehören, darf auch hier von einem eher geringen Effekt ausgegangen werden, der möglicherweise auch annähernd erreicht werden würde, wenn die vielen Sprinter unter die LKW-Begrenzug fallen würden.

    Ich möchte und kann selbst entscheiden ob und wann ich einen Fahradhelm aufsetze, in welchem Gewässer ich bade, auf welchen Berg ich steige, wieviel Kaffee ich trinke, wen meine emails und mein Fingerabdruck etwas angehen, und ob ich mir schlußendlich einen chip unter die Haut einpflanzen lasse. Deshalb bin ich auch klar gegen eine generelle Geschwindigkeitsbeschränkung! Mithilfe von Statistiken kann man im Endeffekt alles verbieten und reglementieren. Freiheit ist eines der höchsten Güter und diese wird uns nach und nach immer mehr genommen.
    Habt ihr es noch nicht gemerkt?

    Höhere Tempi machen Autobahnen sicherer! Das haben die Dänen überraschend im Selbstversuch festgestellt:
    Dänemark hat im vergangenen Jahr das Tempolimit auf seinen Autobahnen von 110 km/h auf 130 km/h heraufgesetzt – mit unerwarteten Konsequenzen: die Zahl der bei Unfällen getöteten Personen ist seit Jahresfrist um ein Viertel auf 369 zurück gegangen.

    “Höchst überraschend”

    Damit erreichte Deutschlands Nachbarland die niedrigste Zahl von Toten durch Verkehrsunfälle seit 1950, berichteten Sprecher der Behörde für Verkehrssicherheit und des Straßenbauamtes am Freitag übereinstimmend in der Zeitung “Berlingske Tidende”. Diese Entwicklung kommt für Experten “höchst überraschend”.

    Die Regierung von Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen änderte die Temporegelung, obwohl fast alle Experten eine Zunahme der Unfallzahlen mit mehr Toten vorhergesagt hatten.

    Auch Norwegen und Schweden erwägen nun höhere Tempi auf ihren Autobahnen zuzulassen.

    Quelle: freenet.de, FOCUS.

    FATAL ACCIDENTS DOUBLE ON MONTANA’S INTERSTATES

    By Chad Dornsife, 5/10/2001
    National Motorists Association, Waunakee Wisconsin

    This is an obvious call to action. Something must be done. We need more laws, more money for enforcement and more citations written – Speed Kills!

    Not so fast says a follow up study just completed by National Motorists Association. The study shows the safest period on Montana’s Interstate highways was when there were no daytime speed limits or enforceable speed laws.

    The doubling of fatal accidents occurred after Montana implemented its new safety program; complete with federal funding, artificially low speed limits and full enforcement.
    Rest: http://www.hwysafety.com/hwy_montana_2001.htm

    Dänemark: Tempolimit rauf, Unfälle runter

    Überraschende Ergebnisse für Verkehrsexperten: Das nordeuropäische Land erlaubt 130 statt 110 km/h und die Zahl der Verkehrstoten sinkt auf den niedrigsten Stand seit 1950
    Bei Tempolimit 130 kracht es seltener in Dänemark
    Bei Tempolimit 130 kracht es seltener in Dänemark
    Foto: dpa

    Kopenhagen – Die Zahl der bei Unfällen getöteten Menschen ist in Dänemark mit der Heraufsetzung des Autobahn-Tempolimits von 110 auf 130 Stundenkilometer binnen Jahresfrist um ein Viertel auf 369 gesunken. Wie Sprecher der Behörde für Verkehrssicherheit und des Straßenbauamtes am Freitag übereinstimmend in der Zeitung „Berlingske Tidende“ erklärten, sei dieser Rückgang für alle Experten höchst überraschend gekommen. Dänemark erreichte damit die niedrigste Zahl von Toten durch Verkehrsunfälle seit 1950.

    Die Regierung von Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen hatte die Höchstgeschwindigkeit Ende April 2004 angehoben, obwohl fast alle Experten einhellig eine Zunahme der Unfallzahlen mit mehr Toten vorhergesagt hatten.

    Gesunkene Durchschnittsgeschwindigkeit

    In den ersten zwölf Monaten nach der Anhebung auf etwa 50 Prozent aller dänischen Autobahnstrecken zeigte sich dann bei Messungen, daß die durchschnittliche Geschwindigkeit sogar von 118 auf 113 Kilometer pro Stunde sank. Dies erklärte ein Vertreter des Straßenamtes mit der „gleichmäßigeren Verteilung“ des Tempos. Es gebe wegen der nun neu und massiv aufgestellten Hinweisschilder mit der jeweils geltenden Höchstgeschwindigkeit deutlich weniger Raser. Gleichzeitig mit der Anhebung auf Tempo 130 wurden auch die Bußgelder für Übertretungen drastisch hochgesetzt. WELT.de

    Artikel erschienen am Fr, 29. April 2005

    Zitat:
    Deutschland // USA
    Verkehrstote 7 503 // 41 821
    pro 100 000 Einwohner 9 // 15
    davon auf Schnellstrassen 38 % // 55 %

    Quelle: Bundesanstalt für Strassenwesen und Statistisches Bundesamt, Federal Highway Administration der USA

    Für mich gibt es da keine Diskussion: Ein Tempolimit muss eingeführt werden!

    Tempolimit ist KACKE!

    De facto existiert doch (fast) überall ein Tempolimit:
    – tagsüber durch sehr dichten Verkehr (wer drängelt denn heute noch?)
    – und selbst nachts pauschal auf gut ausgebauten 2- oder 3-spurigen, langen Abschnitten (A2 ca. 100 km zwischen BR und H oder A24 HH – Berlin).
    Schade – und bezeichnend – eigentlich, dass bei einem so interessanten Thema von den Ländern ohne Diskussion Fakten geschaffen werden.

    Das Tempolimit hat defacto nichts mit Sicherheit zu tun.
    Sicherheit beginnt mit einem konzentrierten AUtofahrer
    mit der Beschaffenheit der Verkehrswege
    der Fahrzeuge
    des Wettters
    der Verkehrsdichte
    und zuletzt ein all diese Situationen angepasste Geschwindigkeit

    Welcher EInstein will mir in jedem Moment die richitge Geschwindigkeit vorschreiben.
    Keiner. Es ist eben was man so einfach nennt menschliche Fähigkeiten und kenntnisse !!
    DOch ein Tempolimit baut zuerst das wichigste TOTAL ab nämlich Konzentration !! daher die so verwunderlichen Zahlen dass mit Tempolimit die Unfall Zahle extrem ansteigen.

    EIne Milliraden Industrie der Verkehrsüberwachung wirds sich daher genauso wenig wie die Mafia davon überzeugen lassen das töten unmenschlich ist. Es geht ja schliesslich um höhere Werte ..ums Geld

    Die Argumente sind schlagkräftig das muss man zugeben!
    Allerdings wird es kein Tempolimit geben fürchte ich,da die Regierung die das beschließt,die nächste Wahl verliert.