Wer zwischen 1995 und 2001 eine Kapital-Lebensversicherung abgeschlossen und dann gekündigt oder beitragsfrei gestellt hat, sollte sich unbedingt um seine Ansprüche kümmern. Eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) aus dem Jahr 2005 (Az. IV ZR 162/03, 177/03 und 245/03) besagt, dass bei Kündigung von Kapital-Lebensversicherungen den Kunden entgegen der vorherigen Praxis statt des häufig äußerst geringen Rückkaufswerts rund die Hälfte des eingezahlten Kapitals zusteht. Doch nur wenige Versicherungsnehmer haben ihre Erstattungsansprüche bisher geltend gemacht. Die schätzt die Verbraucherzentrale Hamburg auf 3,5 Milliarden Euro.

Von rund sieben Millionen Berechtigten mit einem durchschnittlichen Anspruch von 500 Euro hätten sich noch nicht einmal 100.000 gerührt und bei den Verbraucherzentralen, dem Bund der Versicherten (BdV) oder dem Ombudsmann Rat gesucht. Doch “ohne eigenens Tätigwerden geht es nicht. Die Versicherungskonzerne sitzen auf dem Geld”, betont der Hamburger Verbraucherschützer Günter Hörmann. Allein bei seiner Verbraucherzentrale nehmen nun 1000 Betroffene an Sammelklagen gegen ihre Versicherer teil. Auch der BdV hat mehrere Klagen laufen. Dort warnt man, dass einige Assekuranzen auf den Ablauf der Verjährungsfrist spekulieren, wobei diese nach Ansicht des Verbandes erst mit der Urteilsverkündung und nicht mit der Kündigung des Versicherungsvertrages begann.

Weitere Informationen und Musterbriefe zur Geltendmachung von Ansprüchen gegenüber dem Versicherungsunternehmen gibt es beim BdV zum Download und etwas versteckt auch auf der Homepage der VZ Hamburg.




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