Die DWS ist ja bekanntlich eine Tochter der Deutschen Bank. Da liegt es natürlich nahe, auch die Produkte der DWS in einer Filiale der Deutschen Bank zu erwerben. Schlau gedacht – aber die Rechnung ohne die Bank gemacht.
Ein Bekannter wollte auf meine Empfehlung hin, einen staatlich geförderten Riester-Fondssparplan der DWS abschließen. Das ganze nennt sich dann “DWS Toprente” und wurde auch in verschiedenen Tests recht gut bewertet. Finanztest urteilte zum Beispiel in Heft 11/2006, das Angebot sei “insbesondere für jüngere Anleger unter 40 Jahren empfehlenswert”.
Doch der Kundenberater der Deutschen Bank sah das wohl ein wenig anders und empfahl statt der gewünschten DWS Toprente eine “lukrativere” Riester-Rentenversicherung der Deutschen Herold Versicherung. Selbst Nachfragen und die Forderung nach einem echten Fondssparplan hat da wohl nicht wirklich gefruchtet. Das Kundenberater wollte daraufhin eine fondsgebundene Rentenversicherung an den Mann bringen – ebenfalls vom Deutschen Herold, einem Kooperationspartner der Deutschen Bank.
Über die Produkte des eigenen Tochterunternehmens (die DWS) scheinen die Mitarbeitern der Deutschen Bank wohl nur halb so gut Bescheid zu wissen. Gibt es da keine Schulungen? Oder sind die Provisionen, die der Deutsche Herold zahlt, einfach attraktiver für die Bank? An Versicherungen verdient man ja bekanntlich mehr als an einem Fondssparplan.
Vielleicht hat deswegen auch die DWS ein neues Riester-Produkt entwickelt: Die “DWS RiesterRente Premium”. Premium für die Vermittler, den die kompletten Abschlusskosten kassiert die DWS – ähnlich wie bei Lebensversicherungen gleich in den ersten fünf Jahren. Und die Abschlusskosten werden ja bekanntlich gleich an die Vermittler ausgeschüttet. Da dürfte doch die “DWS RiesterRente Premium” gleich auch wieder für die Kundenberater der Deutschen Bank attraktiv werden.
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16 Kommentare
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Dienstag, 27. Februar 2007
um 10:53
Pingback von GELD kompakt · Der Bankkunde ist wieder wer
Dienstag, 27. Februar 2007
um 20:51
Trackback von Online-Kredite - Rabatte bei der Riester-Rente und die DWS...
Gerhard
Mittwoch, 28. Februar 2007
um 10:42
Bisher glaubte ich immer unabhängige Beratung ist bei einer Bank nicht zu bekommen. Wenn die Deutschen Bänker bessere Produkte (?) anderer Unternehmen empfehlen, dann scheint das hier der Fall zu sein. Außer es liegt tatsächlich an der Unkenntnis. Das wäre dann recht inkompetent.
Maria
Mittwoch, 28. Februar 2007
um 10:49
Das nennt man wohl weniger unabhängige Beratung sondern Provisionsmaxmierung der Bank.
Bei einer Versicherung greift ja die Zillmerung und die kassiert die Bank gleich als Provision ab. Das hebt die Bilanz. Bei einem Riester-Fondssparplan ist die Provision viel niedriger. Gut für den Kunden, schlecht für die Bank.
Außerdem ist auf lange Sicht ein gut gemanagter Fondssparplan alle mal besser als jede Rentenversicherung.
arno63
Donnerstag, 1. März 2007
um 15:29
kauft fonds oder fonds-produkte an der fondbörse
kann jeder berater veranlassen und niemand bekommt eine provision
gruß arno 63
Christian
Freitag, 9. März 2007
um 20:31
Der Artikel von Thilo Rudolph hat mich verblüfft. Den könnte ich selbst geschrieben haben, denn genau so ist es mir am Donnerstag in einer Deutsche Bank-Filiale ergangen. Ich kam als Neukunde, wollte ein Konto eröffnen und – ganz wichtig – damit verbunden die DWS TopRente Dynamik abschließen. Kaum dass ich mit den beiden Anlageberaterinnen da saß, offerierten sie mir eine fondsgebundene Rentenversicherung der Zurich/Deutsche Herold. Als ich meinte ich wollte eigentlich die DWS Toprente wussten beide nicht wovon ich sprach. Ich war perplex und hörte mir dann (leider) noch 1 1/2 Stunden den Vortrag über das Ü50-Produkt fondsgebundene Rentenversicherung an. Die DB kooperiert also enger mit einer Versicherung zusammen als mit der hauseigenen DWS, die doch ein Top-Riester-Produkt bestens geeignet für unter 40jährige anbietet. Das Motto der DB scheint in der Tat zu sein: Frage den Kunden nicht was er will, verkaufe ihm was wir haben. Versicherungen bringen deutlich mehr Provision für die DB, keine Frage. Leider ist nicht jeder Kunde einfältig und blöd. Ich überlege ob ich das Konto wieder auflösen soll. Ergo: Die DB hat in diesem Fall hat hoch gepokert und könnte alles verlieren.
B.
Dienstag, 20. März 2007
um 16:13
Ist mir bei der Konkurrenz von der Dresdner Bank genauso gegangen. Ich fragte ausdrücklich nach einem Riester-Fonds-Sparplan (den es von der hauseigenen Fondsgesellschaft DIT ja auch gibt). Was mir angeboten wurde, war eine fondsgebundene Versicherung der Allianz (der die Dresdner Bank ja auch gehört). Nur stand das nicht im Namen des Produkts, sondern kam nach und nach beim Lesen des Kleingedruckten zum Vorschein). Und die Beraterin der Dresdner Bank glaubt es mir bis heute nicht und spricht unbeirrt von einem Fonds-Sparplan.
Anonymous
Freitag, 6. April 2007
um 13:35
War gestern bei der Deutschen Bank und muss sagen,dass die “Provisionsgeilheit” und “Kundenverdummung” mittlerweile nicht mehr akzeptabel ist. Auch ich hatte nach der DWS TopRente gefragt,woraufhin mir die Beraterin einen DWS RiesterRente Premium anbot,der in ihren Augen aber immer noch schlechter sei als das Versicherungsangebot der Zurich. Meine erneute Nachfrage nach dem DWS TopRente nervte sie anscheinend so sehr,dass sie glatt meinte der Premium wäre der Nachfolger des DWS TopRente! So viel Dreistigkeit finde ich schon ein starkes Stück…eigentlich ein Grund für einen Bankwechsel..
Anonymous
Dienstag, 8. Mai 2007
um 09:04
Schon sehr interessant die Kommentare hier. Muss sagen, dass ich im Nachhinein sehr froh bin, einen ganz anderen Weg gewählt zu haben. Habe Riester über einen freien Vermittler im Internet abgeschlossen (www.Fondsportal24.de). Da konnte ich mich frei für einen Riester-Fondssparplan entscheiden, egal ob Toprente oder Premium….und bekomme noch Rabatte dazu! Hat auch alles super geklappt – schon nach wenigen Tagen hatte ich meinen Vertrag im Briefkasten. Kann ich nur empfehlen!
Christian S
Samstag, 1. September 2007
um 10:51
Ich kann den o.g. Beiträgen nur zustimmen! Auch ich versuchte (vergeblich) die TopRente Dynamik zu bekommen.
Der “Berater” der db wusste erstens nicht über die TopRente bescheit (meinte, man müsse dort die Fonds selbst auswählen) und sagte zudem, dass es dieses Produkt überhaupt nicht mehr gäbe, bzw. die DWS dieses eingestellt hätte … was für’n Quatsch!!!
Auch ich bekam die “PremiumRente” angeboten. Glücklicherweise war ich bereits über diese Praxis informiert und wies den “Berater” auf die im Kleingedruckten sehr gut beschriebenen, für einen Fondssparplan extrem hochen Kosten hin und fragte, wieso denn die Zürich-D.-H. Versicherung mit drin stünde. Der “Berater” meinte daraufhin, dass für ein Riester-Produkt immer eine Versicherung im Hintergrund stehen müsse (wieder Quatsch!) und eine Versicherung nunmal Kosten hätte, die irgendwie gedeckt werden müssten…. ja klar, eine VERSICHERUNG will die Kosten natürlich decken, aber die “TopRente Dynamik” der DWS ist ein geförderter Fondsparplan und KEINE Versicherung… und genau so etwas wollte ich haben.
Kurzum… ich werde die TopRente Dynamik über einen Fondsvermittler bei der DWS abschließen
Luis
Sonntag, 7. Oktober 2007
um 12:17
Ich schließe mich auch deiner Vermutung mit der höheren Verprovisionierung an. Frag doch mal deinen Bekannten ob es ein freier Berater im Auftrag der Deutschen Bank war, die sind nämlich noch mehr als die Festangestellten auf die Provision angewiesen und haben deshalb weniger Hemmungen.
N.
Mittwoch, 10. Oktober 2007
um 21:24
Bei mir war das letztes Jahr ganz genauso – die DB-Angestellte meinte, sie fände die Anträge für die DWS TopRente Dynamik nicht in ihrem Computer !!! Was ich überhaupt wolle !!! So etwas habe noch gar kein Kunde haben wollen…
Sie versuchte, mir die Rentenversicherung vom Deutschen Herold aufschwatzen – was ich ganz und gar nicht wollte…
Zum Schluss hat sie – etwas pikiert – einen Antrag in Papierform geholt.
Die DWSTopRente heißt jetzt, glaub ich, BonusRente…
Riester Sparer
Freitag, 1. Februar 2008
um 23:50
@N.
Natürlich, so etwas schließt wahrscheinlich wirklich kaum jemand bei der DB ab, da es ja bei z.B. Fondsshops die DWS TopRente mit reduziertem AA gibt. Und bei der RiesterRente Premium stört mich das Provisionsmodell – wenn auch sicherlich für die Vermittler interessanter. Aber was ist, wenn ich nach den 5 provisionsbehafteten Jahren zu einer anderen Gesellschaft wechseln will? Dann heißt es wieder “Gebührenzahlen”!!!
Anonymous
Montag, 14. Juli 2008
um 11:07
Interessanter Artikel. Man kommt sich ja nur noch vera*** vor…
Meine Fragen zu dem oben geschriebenen:
1.) Welche Fondshops sind denn zur Zeit empfehlenswert?
2.) Was spare ich im Vergleich zum Abschluss direkt bei der DB bzw.
DWS(-Direkt)?
VG, Bassfl.
T. aus K.
Montag, 11. August 2008
um 07:48
Ich bin auch gegen Versicherer im Vorsorgekonzept mit Fondsanlagen.
Aber wie macht fondvermittlung24 das mit den 50% Ausgabeaufschlag, da geht der DB doch Geld verloren und wahrscheinlich gibt es oberdrein noch Provision für fondvermittlun24.
Das ist das einzige was mit schleierhaft ist. Aber solange es funktioniert?
Vielleicht was dies ja jemand.
VG T.
Oli
Freitag, 9. Januar 2009
um 13:37
War eben als Neukunde in einer db-Filiale und mir ging es genauso wie oben mehrfach beschrieben: Ich bekam auf die Frage nach dem Riester-Fondssparplan “DWS Toprente Dynamik” das Produkt “db Förderrente Premium” angeboten.
Auf erneute Nachfrage wurde sogar behauptet, das sei ja mehr oder weniger das gleiche… Hätte ich vorher diesen Blog und die zahlreichen Kommentare dazu gefunden, hätte der Berater sich von mir wohl einiges anhören dürfen. So habe ich das “Beratungsgespräch” entnervt abgebrochen, da man ganz offesichtlich nicht Willens war auf meine Bedürfnisse einzugehen.